Diese Versicherungen müssen Bauherren und Immobilienbesitzer kennen

von Sebastian Wolff (Kommentare: 0)

Wohngebäudeversicherung - Hausrat - Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht? Diese Versicherungen müssen Immobilienbesitzer kennen und sollten Sie in Ihrem Versicherungesportfolio haben.

Versicherungen für Hausbesitzer

Beim Kauf einer Immobilie oder beim Bau eines neuen Objekts achten Besitzer vorwiegend auf die wirtschaftliche Lage. Wie erschlossen ist das Grundstück und wie sieht es mit der Infrastruktur aus? Gibt es zahlreiche Nachbarn oder erfreut sich das Gebäude an einer Alleinlage? All jene Vorüberlegungen treffen die meisten zukünftigen Besitzer von Immobilien. Dabei vergessen sie häufig auch die klimatischen Bedingungen, die am Ort der Wahl vorherrschen. Ein gutes Beispiel sind die sächsischen Städte Zwickau und Chemnitz, die im Jahr 2002, das Jahr der Jahrhundertflut, zu großen Teilen überschwemmt wurden. Unzählige Menschen verloren ihren Wohnsitz und standen plötzlich vor dem Nichts. Nach einer kurzen Schockstarre bei Politikern und Bürgern fanden Aufräumarbeiten und das Aufrüsten bezüglich der Sicherheit statt. Das Eintreffen solcher Situationen ist immer wieder ein Thema. Gleiches gilt für mit Stürmen geplagte Regionen und Gebiete, in denen die Erdoberfläche immense Temperaturen erreicht.

 

Die Wohngebäudeversicherung deckt einige Schadensfälle ab. Entstehen Sachschäden durch Hagel, Sturm, Feuer und einen Rohrbruch, greift die Police und dem Wiederaufbau steht nichts im Weg. Um dabei den korrekten Wert der Bauimmobilie parat zu haben, verlassen sich Versicherungen in der Regel auf den Wert 1914. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Faktor zur Errechnung, stattdessen bezieht er sich auf die Vergangenheit: 1914 war das letzte Jahr mit stabilen Baupreisen, weswegen jedes Gebäude in der Wertermittlung auf dieses Jahr angepasst wird. Dieser Basiswert dient dann zur Errechnung des aktuellen Bauwertes.

Das Beispiel der Flut in Sachsen lässt jeden noch einmal genauer in die Police schauen: Doch nicht immer sind alle durch ein Unwetter entstehenden Schäden abgedeckt. Dieses Wissen erfordert das Aneignen diverser Kenntnisse im Zusammenhang mit Versicherungen und vor allem bezüglich der geographischen Lage des Objekts. Kommt es hier häufiger zu Stürmen oder Fluten? Dann braucht der Hausbesitzer andere Zusatzleistungen in der Wohngebäudeversicherung als einer, der hin und wieder mit größeren Hagelkörnern zu rechnen hat. Vor dem Unterzeichnen der Wohngebäudeversicherung ist daher explizit auf den Inhalt zu achten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Die Bedeutung der Hausratsversicherung

Versicherung bei Hochwasser - Hausrat
Bei solchen Situationen hilft nicht alleine die Wohngebäudeversicherung vor einem finanziellen Desaster, auch an die Hausratversicherung sollte gedacht werden.

Im eigenen Haus gibt es oft Erinnerungsstücke, die Hausbesitzer im Rahmen der Erbfolge von Ahnen erhielten. Jenes Mobiliar oder auch Schmuckstück weist einen hohen Wert auf. Doch auch eine neu gekaufte luxuriöse Ausstattung ist schwer zu ersetzen – besonders wenn ein spezieller und individueller Kundenauftrag vorausging. Wenn es dann in Abwesenheit des Besitzers im Gebäude zu unvorhergesehenen Situationen, wie Bränden oder Rohrbrüchen kommt, sichert die Wohngebäudeversicherung lediglich die eingesetzten Baumaterialien ab. Das Inventar bleibt davon unberücksichtigt und im Falle von Beschädigungen müssen Besitzer mit einem enormen Verlust rechnen.

Mit einer Hausratsversicherung schützen Besitzer ihre hochwertigen Güter vor einem Wertverlust. Die Entscheidung, ob sich der Abschluss einer derartigen Police als sinnvoll erweist, obliegt dem Bauherrn. Die meisten Besitzer wählen keine Hausratsversicherung aus. Im Zweifelsfall müssen sie sich das gekaufte Mobiliar allerdings erneut anschaffen. Hier ist es die Relation, auf welche es ankommt. Wer eine Low-Budget-Einrichtung besitzt, der braucht keine Hausratsversicherung und spart sich die monatlichen Ausgaben.

Der Unterschied zwischen Privathaftpflicht und Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Unvorhergesehene Ereignisse können schlimme Folgen nach sich ziehen. Dabei ist allen voran an lose Ziegeln zu denken, die bei einem stärkeren Sturm vom Dach auf den Gehweg fallen. Treffen die Ziegeln auf ahnungslose Passanten, sind im ungünstigsten Fall stärkere Verletzungen die Folge. Die Gebühren für den Krankentransport und den Aufenthalt bzw. die Behandlung von Spätfolgen durch den Unfall tragen die Bauherren selbst, sofern sie sich vorab nicht für den Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ausgesprochen haben.

Anders verhält es sich in dieser Situation, wenn der Besitzer gleichsam als Vermieter auftritt und eine oder mehrere Mietparteien im Haus führt. Dann benötigt er eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Nicht alle Grundstücke sind bebaut und trotzdem dürfen Fußgänger und Fahrradfahrer sie aufgrund von Wegerechten passieren. Kommt es dann zum Unfall, macht der Staat den Besitzer bei einer nicht vorhandenen Versicherung ebenfalls haftbar. Deshalb ist die Wahl einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht eine gute Entscheidung, um sich nicht ständig Gedanken machen zu müssen.

Probleme mit den Mietern – die Rechtsschutzversicherung hilft

Rechtschutzversicherungen für Immobilienbesitzer
Als Vermieter sollte man für alle Fälle gut abgesichert sein, dazu zählt auch der Schutz vor rechtlichen Problemen mit neuen Mietern.

Vermietern ist das bekannt: Der neue Mieter zeigte sich beim Vorstellungsgespräch überaus freundlich und schien eine ruhige Person zu sein. Bereits kurze Zeit nach dem Einzug kommen dem Besitzer immer wieder Beschwerden der anderen Bewohner des Hauses zu, deren Mittelpunkt nächtliche Ruhestörungen sind. Seriöse Hausbesitzer wenden sich für ein klärendes Gespräch an den beschuldigten Mieter. Dieser streitet den Fall ab, doch es kommt nun vermehrt zu unschönen Situationen. Warum sich damit herumärgern? Im Idealfall besitzt der Hauseigentümer eine Rechtsschutzversicherung und geht das Problem juristisch an.

Trotzdem sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Einschalten von Anwälten nicht unbedingt zum Frieden beiträgt. Wenn eine außergerichtliche Einigung machbar scheint, ist diese in Erwägung zu ziehen. Ein Rechtsstreit kostet neben Geld auch viel Energie und belastet Körper, Geist und Psyche. Vielen problematischen Mietern liegt selbst viel an einer Übereinkunft ohne Anwalt und Gericht. Mal von der Rechtsschutzversicherung im Bereich der Immobilien und Mietobjekte abgesehen, ist jene Versicherung auch in zahlreichen anderen Bereichen sinnvoll. Es beginnt bei unbezahlten Rechnungen von Firmenkunden und geht in Nachbarschaftsstreitigkeiten über. Der Rechtsschutz sei jedem empfohlen. Wenn es schnell gehen soll, ist die Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit ein guter Begleiter.

Ermittlung des Versicherungswertes – so arbeiten die Gesellschaften

Seit dem Jahr 1914 hat sich das Baugeschäft im nationalen und internationalen Raum stark gewandelt. Weil das Jahr 1914 einen Zeitpunkt stabiler Immobilienpreise verkörpert, gilt es heute als Grundlage zur Berechnung von Versicherungswerten. Dabei setzen die Versicherungsgesellschaften den Gebäudewert so an, dass er stellvertretend für den Neubauwert des gleichen Gebäudes im Jahr 1914 steht. Aufgrund von vorliegenden Daten in der Neuzeit können die Versicherungen und auch Immobilienbesitzer den Wert so umrechnen, dass er sich jedem Jahr anpasst. Generell gilt die Berechnung: Wert 1914 = Neubauwert / (Baupreisindex/100).

Um jene Werte zu ermitteln und in die Rechnung zu setzen, benötigen Sachverständige verschiedene Angaben. Dazu gehören:

  • die Art des Gebäudes
  • die Größe der Fläche des zu bewohnenden Objekts
  • die Ausführung des Baus
  • zusätzliche Ausstattungsmerkmale und etwaige Nebengelasse

Für Versicherungsnehmer ist es im Zusammenhang mit der Wertermittlung wichtig, den Unterschied zwischen Neubauwert und Verkehrswert zu kennen. Der Neubauwert stellt nicht den Kostenfaktor der eigentlichen Ersterrichtung des Gebäudes dar. Er gibt den Geldwert an, der bei einem erneuten Aufbau durch Zerstörung erforderlich wäre. Der Verkehrswert hingegen gibt Auskunft über den Betrag, den der Besitzer beim Verkauf der Immobilie theoretisch erzielen kann. Zumeist gibt es eine große Differenz zwischen den Werten, vor allem in den neuen Bundesländern. Im thüringischen Raum stehen zahlreiche große Fachwerkhäuser. Liegt der Verkehrswert bei 100.000 Euro und der Neubauwert beläuft sich auf 300.000 Euro, dann führt der Verkehrswert als Versicherungswert zu Schwierigkeiten im Schadensfall. Schließlich sind die von der Versicherung geleisteten Schadensersatzbeträge zu gering. Das Haus ließe sich in diesem Fall nicht in den ursprünglichen Zustand versetzen.

 

 

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