Vorteile und Nachteile der Massivbauweise

von Sebastian Wolff (Kommentare: 0)

Wenn man vom Häuslebauen spricht, hat man automatisch das Stein-auf-Stein-Prinzip im Kopf. Es ist in Deutschland der Klassiker und für viele Menschen gibt es nur diese Bauweise. Aus diesem Grund soll diese Bauweise einmal unter die Lupe genommen werden.

Massivbauweise
Massivbauweise

Die Massivbauweise bedeutet Häuser aus massiven Baumaterialien zu errichten. Meist werden solche Häuser durch Architekten geplant und von Fachbetrieben unter der Aufsicht des Bauherrn bzw. durch einen durch den Bauherrn beschäftigten Bauleiter aufgebaut. Dabei kann der Bauherr einen gewissen Anteil an Eigenleistung erbringen, oder das Haus schlüsselfertig erreichten lassen. Dabei können die einzelnen Gewerke durch Spezialisten erbracht werden. Dazu gehören Fliesenlegearbeiten, das Dach, Maurerarbeiten, die Elektroinstallation, Heizung, Wasserinstallation, Fenster, Maler- und Tapezierarbeiten u.a.

Der Name Massivhaus leitet sich aus den für die Herstellung gewählten Materialien ab. Hier werden Holz, unterschiedliche Steinsorten oder Beton benutzt. Für das Mauerwerk nutzt man z. B. gebrannte Ziegel, Kalksand- oder Porenbetonstein. Das Dach wird aus gebrannten Ziegeln auf einer Holzkonstruktion aufgebaut. Beton wird z.B. In Fußboden oder Deckenkonstruktionen benutzt und sorgt somit für einen hervorragenden Trittschallschutz. Auch als Sturz über Türen und Fenstern eignet sich Beton sehr gut.

Ein großer Vorteil bei der Massivbauweise liegt in der individuellen Gestaltungsmöglichkeit. Hier sind der Fantasie quasi keine Grenzen gesetzt. Allerdings muss man es sich natürlich auch leisten können. Solche Planungen müssen von einem Architekten vorgenommen werden, denn hier müssen viele bauliche Besonderheiten, wie z.B. die Statik des Gebäudes, berücksichtigt werden.

Eine kostengünstigere Alternative sind Standard Häuser von Hausanbietern. Hier hat der Bauherr die Auswahl unter verschiedenen Anbietern, die wiederum jeweils unterschiedliche Haustypen in speziellen Ausstattungen, Größen und Preisen anbieten. Oft können bei diesen Haustypen ebenfalls geringfügige Veränderungen vorgenommen werden. Was genau möglich ist, kann man von einem Fachverkäufer des jeweiligen Anbieters erfahren. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Jeder Anbieter möchte natürlich SEIN Haus verkaufen und wird daher selbstverständlich das beste Haus haben.

Ein Nachteil in der Massivbauweise liegt darin, dass Zeit vergeht, bis die Verbundmaterialien abbinden und trocknen. Wenn das Wetter eher feucht und kalt ist, dauert es eben etwas länger. Wenn das Haus fertig ist, speichert es jedoch Wärme besser. Dadurch ist es im Sommer etwas kühler im Haus und im Winter schön wohlig warm. Das sorgt für ein ausgeglichenes und angenehmes Raumklima.

Massive Wände haben eine hohe Stabilität und Dichte. Das macht sie zu idealen Schutzwällen gegen Schall oder gegen elektromagnetische Strahlung. Man kann auch alles Mögliche an die Wände hängen, ohne befürchten zu müssen, dass sie nachgibt. Außerdem ist eine Massivwand relativ unempfindlich gegen Sturm, Wasser und in bestimmtem Maße auch gegen Feuer. Das Gegenteil ist dann der Fall, wenn es beim Bau nicht mit der notwendigen Sorgfalt zuging. Kleine Baumängel können mit der Zeit große Probleme nach sich ziehen, deren Reparatur dann konstruktionsbedingt sehr teuer werden kann.

Wertstabilität von Massivhäusern

Massivhäuser sind sehr wertstabil, da sie eine sehr hohe Nutzungsdauer haben und die Materialien lange Zeit von Umwelteinflüssen unberührt bleiben. Oft beherbergen Massivhäuser mehrere Generationen einer Familie.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass ein höherer Wiederverkaufswert, eine längere Nutzungsdauer, ein besserer Schallschutz, ein hoher Brandschutz, eine bessere Abschirmung von elektromagnetischer Strahlung, hohe Flexibilität bei der Grundrissgestaltung und ein gutes Raumklima für ein Massivhaus sprechen. Der Bauherr kann viel an Eigenleistung bei der Errichtung mit einbringen. Jedoch sind die Baukosten vergleichsweise hoch und die Bauzeiten sind konstruktionsbedingt länger, bei schlechter Witterung sogar viel länger als zum Beispiel bei Fertighäusern.

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Über den Autor

Sebastian Wolff ist gelernter Bankkaufmann und seit über 20 Jahren in der Finanz- und Baubranche aktiv. Über verschiedene Stationen kam er in zum Marketing und zur Kalkulation von Bauprojekten.
Neben seiner eigentlichen Tätigkeit schreibt er auf verschiedenen Internetseiten über Immobilien, Finanz- und Versicherungsthemen.
Sebastian Wolff lebt mit seiner Familie in der Nähe von Berlin und reist regelmäßig beruflich durch Deutschland.




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